Home 
Aktuelles 
Über Theo 
Von Theo 
Quellen 
Links 
Impressum 


Uns Landsknechte hat man nirgendwo gern,

Denn wir sind zu feine Gesellen.

Es zittert der Wirt zum Goldenen Stern,

Wir könnten die Zeche ihm prellen.

Unser Sold ist so klein, unser Durst ist so groß

Und des Sternwirts Wein ist so gut

Und murrt der Wirt, zahlt ein Degenstoß

Die ganze Zeche mit Blut...

 

Wir haben dem Feldherrn das Leben verkauft

Und sind wir im Städtchen zu Rast,

Dann wird noch um den Schoß einer Dirne gerauft –

Bei uns ist der Tod stets zu Gast!

Er zieht mit uns von Land zu Land

Und reitet den Scharen voraus.

Wir wissen, einst packt uns die knochige Hand

Und dann schleppt uns Freund Hein in sein Haus.

 

Bei uns fließt der Wein, bei uns fließt das Blut,

Nur die Tränen nimmermehr fließen...

Was ein Landsknecht ist, will im Übermut

Seinen Fetzen Leben genießen.

Nur manchmal, wenn einer um Mitternacht

Auf einsamem Posten muß stehn,

Da hat er an seine Mutter gedacht

Und da hätt man ihn weinen gesehn.

 

 

Aus "Simpl-Briefe" – Ausgabe Februar 1937

Herausgeber: Theodor Prosel

 

 

Nachdruck und Aufführung nur mit Erlaubnis gestattet

 zurück zur Auswahl


Copyright(c) 2007 Barbara Dooley & Gabriele Kirner-Bammes. Alle Rechte vorbehalten.
info(at)theo-prosel.de