Dichtender Simplwirt, Münchner Kabarettlegende

4. Mai 1889 - 13. Januar 1955

Ein altes Ritter­schloss im thürin­gi­schen Weiters­roda ist die neue Heimat des Grabsteins von Theo Prosel.

Nach fast 70 Jahren entschied seine Familie, die Grabstätte auf dem Münchner Nordfriedhof, in der auch Theos Mutter Therese, seine Schwester Anna und der mit nur sieben Monaten verstor­bene Sohn seiner Tochter Resi, der kleine Jean-Marie, ihre letzte Ruhe fanden, aufzugeben.

Dem Grabstein, der erst vor wenigen Jahren erneuert wurde, wollte man jedoch einen ganz beson­deren Ehren­platz geben: Theos Urenkel, Florian Ernst Kirner alias Prinz Chaos II., fand ein lauschiges Plätz­chen im Vorgarten seines Schlosses in Weiters­roda. Dort soll der Grabstein fortan als Denkmal an seine Vorfahren erinnern.

Damit aber aus dem Grabstein ein Denkmal werden konnte, wurde ein Stein­metz beauf­tragt, an die Stelle, an der ehemals ein Kreuz war, das Wahrzei­chen des „Simpl“, einen Bully, der mit seinen Zähnen eine Sektfla­sche öffnet, zu meißeln. Der untere freie Platz wurde mit dem Namen von Theos Schwie­ger­sohn, Walther Diehl, der als Schrift­steller, Schau­spieler und Journa­list ebenfalls der schrei­benden und darstel­lenden Zunft angehörte, versehen.

Eine neu gepflanzte Esskas­tanie gleich neben dem Denkmal erinnert an die Zeit der Familie Prosel in Südtirol. Auf einen Sockel vor dem neuen Denkmal wurde eine alte Schreib­ma­schine, ein Famili­en­erb­stück, geschraubt – eine Hommage an die Dichter und Denker der Familie Prosel, die ihre Talente an viele Famili­en­mit­glieder weiter vererbt haben.